Qualitätsmanagement im Produktionsbetrieb umfasst alle Maßnahmen zur Planung, Steuerung, Sicherung und kontinuierlichen Verbesserung von Produkt- und Prozessqualität. Ziel ist es, Fehler präventiv zu vermeiden, Kosten durch Qualitätsprobleme zu reduzieren und die Kundenzufriedenheit nachhaltig zu steigern.
Grundlage bildet ein ganzheitlicher Ansatz im Sinne des Total Quality Managements (TQM) mit klarer Kunden-, Mitarbeiter- und Prozessorientierung sowie dem Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung. Qualität wird dabei nicht geprüft, sondern im Prozess erzeugt.
Zentrale Bausteine sind die Identifikation und Beschreibung aller relevanten Prozesse, das Erkennen von Schnittstellen und Zuständigkeiten sowie deren präventive Absicherung durch Methoden wie FMEA, Control Plan und Poka Yoke. Ergänzend sorgen Prozess- und Produktaudits für Transparenz und Regelkonformität.
In der Produktion stehen stabile Prozesse, qualifizierte Mitarbeiter und eine geeignete technische Ausstattung im Fokus. Prozessparameter, Mess- und Prüfschritte, Anlagenüberwachung sowie präventive Werkzeug- und Wartungszyklen tragen zur Fehlervermeidung bei.
Abweichungen wie Ausschuss, Nacharbeit oder Reklamationen werden systematisch analysiert, dokumentiert und über Maßnahmenpläne nachverfolgt. Klare Kennzeichnungen, Sperrflächen und definierte Nacharbeitsprozesse verhindern das unbeabsichtigte Wiedereinschleusen fehlerhafter Teile.
Kennzahlen, Datenanalysen und regelmäßige Wirksamkeitsprüfungen stellen sicher, dass Qualitätsmaßnahmen nachhaltig greifen. Über den PDCA-Regelkreis werden Prozesse kontinuierlich optimiert und standardisiert.
Das Leitprinzip lautet dabei:
keinen Fehler annehmen -> keinen Fehler produzieren und -> keinen Fehler weitergeben.
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A) Qualitätsstrategie & -kultur
B) Prozess- und präventive Qualitätsabsicherung
C) Operative Qualitätssicherung in der Produktion
D) Fehler- und Reklamationsmanagement
E) Daten, Kennzahlen & Wirksamkeitskontrolle
F) Kontinuierliche Verbesserung (PDCA)
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A) Qualitätsstrategie & Qualitätskultur
- Q-Ziele, -Planung, -Lenkung, -Sicherung, -Verbesserung
- Total Quality Management (TQM)
- Kundenorientierung
- Mitarbeiterorientierung
- Prozessorientierung
- Präventives Verhalten
- Ständige Verbesserung
Ergänzung (wichtig):
Qualität ist Führungsaufgabe und Teil der Unternehmenskultur.
Leitsatz:
Keinen Fehler annehmen – keinen Fehler produzieren – keinen Fehler weitergeben
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B) Prozess- und präventive Qualitätsabsicherung
- Identifizierung aller relevanten Prozesse
- Erkennen von Nahtstellen und Zuständigkeiten
- Prozessbeschreibungen und Standards
- Prozess- und Produktaudits (Checklisten)
- Prozessabsicherung durch:
- FMEA
- Control Plan
- Poka Yoke
Ergänzung:
Qualität wird im Prozess erzeugt –> nicht am Ende geprüft.
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C) Operative Qualitätssicherung in der Produktion
Fertigung & Anlagen:
- Automatisierte vs. manuelle Prozesse
- Taktzeit, Engpass (Bottleneck)
- Prozessparameter (Schrauben, Pressen, Sensorik)
- Datenaufzeichnung & Anlagenüberwachung
- Werkzeugstandzeiten & präventiver Wechsel
Arbeitsplätze & Menschen:
- Technische Ausstattung der Arbeitsplätze
- Rüsten, Kalibrieren, Referenzmessungen
- Arbeitsanweisungen & Checklisten
- Mitarbeiterqualifikation & Schulungen
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D) Fehler-, Ausschuss- & Reklamationsmanagement
- Aktuelle Fehlerschwerpunkte (NA, Ausschussrate)
- Interne Störfälle & Kundenreklamationen
- Reklamationsabwicklung inkl. Maßnahmen
- Sperrflächen & klare Materialkennzeichnung
- Vermeidung unbeabsichtigten Wiedereinschleusens
- Nacharbeitsplätze & Nacharbeitsmatrix
Ergänzung:
Jede Abweichung ist ein Lernimpuls – kein Schuldthema.
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E) Daten, Kennzahlen & Wirksamkeitskontrolle
Sehr wichtig für Management-Niveau:
- Prozess- und Qualitätskennzahlen
- Auswertung von Prozess- und Messdaten
- Messmittelüberwachung (zeit- oder nutzungsbasiert)
- Produktaudits (Häufigkeit, Entwicklung, Maßnahmen)
- Überprüfung der Wirksamkeit von Qualitätsmaßnahmen
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F) Kontinuierliche Verbesserung & Standardisierung
- Maßnahmen- und Aktivitätenplan (Open Issue List)
- PDCA-Regelkreis
- Prozessoptimierung und Standardisierung
- Reduktion von Nacharbeit, Ausschuss und Qualitätskosten
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Ziele: Null Fehler / Verbesserung der Kundenzufriedenheit
- geschulte und motivierte Mitarbeiter
- Ziele definieren und komunizieren -> zyklische MA-Info
- aktuelle Fehlerschwerpunkte (NA / Ausschussrate)
- aktuelle Zahlen: Kundenreklamationen - Störfälle (Entwicklung - Maßnahmen)
- Reklamationsabwicklung
- Produktaudit / Häufigkeit (Entwicklung und Massnahmen)
- Messmittelüberwachung (Zyklen / Vorgehensweise)
- Controlplan
- Regelkreis zur Qualitätssicherung...
- Prozessabsicherung (FMEA, Poka Yoke...)
- Datenanalyse
- Reduktion Nacharbeit, Ausschuss
- Kennzeichnung für Materialanstellung / FIFO
- Sperrflächen
- Vorgehensweise mit Ausschussteile (verhindern von unbeabsichtigtes Wiedereinschleusen)
- Nacharbeitsplatz / Kennzeichnung (Nacharbeitsmatrix)
- Auswertung von Prozessdaten
- Überprüfung der Wirksamkeit von Qualitätsmassnahmen
- Verpackungsvorschriften
- Massnahmen-, Aktivitätenplan (Open Issue List)
- Prozess Optimierung, -Standardisierung (auf Basis P-D-C-A)
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Fertigungsschritte:
- automatisiert, bzw. manuelle Tätigkeit?
- Taktzeit, Bottleneck...
- An welchen Prozesschritt kann welcher qualitätsrelevanter Fehler entstehen?
- (FMEA, ControlPlan)
- Technische Ausstattung der Arbeitsplätze
- (Rüsten, Kalibrieren, Referenzmessung, Poka Yoke Checks, Testläufe...)
- Abfragen, bei bzw. nach Fertigungsschritt
- Sensor- oder Konturabfrage?
- Schraubprogramm & Pressenparameter (Datenaufzeichnung),
- Poka Yoke...
- Anlagenüberwachung, Messung d. Abnützung (direkt oder indirekt durch Datenanalyse)
- Festlegen eines Zyklus f. Werkzeugwechsel (präventive IH)
- Prüf- und Messmittel,
- wo wird was wie oft gemessen, bzw. geprüft?
- Messmittelüberwachung, Zyklus (Zeitdefiniert oder nach Nutzungsgrad?)
- Vermeidung möglicher Mitarbeiterfehler -> Poka Yoke
- FMEA
- MA-Qualifizierung, MA-Schulung (Schulungscheckliste), Schulung Qualitätsthemen der Produktion
- Arbeitsanweisungen, Checkliste zu Arbeitsablauf...
- Korrossion / Korrossionsschutz
- Durchlaufzeit / Lagerzeit
- Urlaub / Produktionsstillstand
- Teile in Pipeline
- Witterung / Korrossionsschutz
- Teile außerhalb Serienablauf (NA / Ersatzteile...)
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Checkliste: Qualitätsmanagement im Produktionsbetrieb
1. Qualitätsstrategie & -ziele
- ☐ Qualitätsziele klar definiert (z. B. Null-Fehler, Kundenzufriedenheit)
- ☐ Qualitätsziele messbar (Kennzahlen, Zielwerte)
- ☐ Ziele an Mitarbeitende kommuniziert (z. B. zyklische MA-Information)
- ☐ Qualitätsziele regelmäßig überprüft und angepasst
- ☐ Qualitätsverantwortlichkeiten klar geregelt
2. Qualitätskultur & TQM
- ☐ Kundenorientierung im Fokus aller Prozesse
- ☐ Mitarbeiter in Qualitätsverantwortung eingebunden
- ☐ Prozessorientiertes Denken etabliert
- ☐ Präventives statt reaktives Verhalten gefördert
- ☐ Kontinuierliche Verbesserung (KVP / PDCA) aktiv gelebt
- ☐ Leitsatz verankert:
Keinen Fehler annehmen – keinen Fehler produzieren – keinen Fehler weitergeben
3. Prozessidentifikation & Schnittstellen
- ☐ Alle qualitätsrelevanten Prozesse identifiziert
- ☐ Prozessverantwortliche benannt
- ☐ Schnittstellen und Nahtstellen definiert
- ☐ Risiken an Übergabepunkten bewertet
- ☐ Prozessbeschreibungen und Standards vorhanden
4. Präventive Prozessabsicherung
- ☐ Prozess-FMEA durchgeführt und aktuell
- ☐ Control Plan je Prozess vorhanden
- ☐ Kritische Prozessparameter definiert
- ☐ Poka-Yoke-Lösungen umgesetzt (technisch / organisatorisch)
- ☐ Regelmäßige Überprüfung der Risikobewertungen
5. Operative Qualitätssicherung in der Produktion
Arbeitsplätze & Anlagen
- ☐ Arbeitsplätze ergonomisch und qualitätsgerecht ausgestattet
- ☐ Rüst-, Kalibrier- und Referenzprozesse definiert
- ☐ Prüf- und Testläufe standardisiert
- ☐ Anlagenüberwachung aktiv (Parameter, Verschleiß, Trends)
- ☐ Präventive Werkzeugwechselzyklen festgelegt
- Fertigungsschritte
- ☐ Manuelle vs. automatisierte Prozesse bewertet
- ☐ Taktzeiten und Engpässe bekannt
- ☐ Prüfungen im Prozess integriert
- ☐ Sensor-, Kontur- oder Funktionsabfragen vorhanden
- ☐ Prozessdaten werden aufgezeichnet und ausgewertet
6. Prüf- und Messmittelmanagement
- ☐ Prüf- und Messmittel eindeutig gekennzeichnet
- ☐ Prüfpläne definiert (was, wo, wie oft)
- ☐ Messmittelüberwachung geregelt (zeit- oder nutzungsbasiert)
- ☐ Kalibrierintervalle eingehalten
- ☐ Messmittelstatus jederzeit ersichtlich
7. Mitarbeiterqualifikation & Schulung
- ☐ Qualifikationsanforderungen je Arbeitsplatz definiert
- ☐ Schulungspläne vorhanden
- ☐ Schulungsnachweise dokumentiert
- ☐ Qualitätsschulungen regelmäßig durchgeführt
- ☐ Mitarbeitende für Fehlererkennung sensibilisiert
8. Fehler-, Ausschuss- & Nacharbeitsmanagement
- ☐ Aktuelle Fehlerschwerpunkte bekannt (Ausschuss / NA)
- ☐ Ausschussursachen analysiert
- ☐ Nacharbeitsprozesse klar definiert
- ☐ Nacharbeitsplätze eindeutig gekennzeichnet
- ☐ Nacharbeitsmatrix vorhanden
- ☐ Wiedereinschleusen fehlerhafter Teile verhindert
9. Materialfluss, Lagerung & Kennzeichnung
- ☐ Materialkennzeichnung eindeutig
- ☐ FIFO-Regeln definiert und umgesetzt
- ☐ Sperrflächen vorhanden und gekennzeichnet
- ☐ Umgang mit Ausschussteilen klar geregelt
- ☐ Verpackungsvorschriften definiert
- ☐ Korrosionsschutz berücksichtigt (Lagerung, Durchlaufzeit, Witterung)
10. Reklamations- & Störfallmanagement
- ☐ Kundenreklamationen systematisch erfasst
- ☐ Sofortmaßnahmen definiert
- ☐ Ursachenanalyse durchgeführt
- ☐ Maßnahmen abgeleitet und dokumentiert
- ☐ Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft
11. Audits & Wirksamkeitsprüfung
- ☐ Prozessaudits regelmäßig durchgeführt
- ☐ Produktaudits geplant und dokumentiert
- ☐ Auditabweichungen verfolgt
- ☐ Maßnahmen terminiert und verantwortlich zugeordnet
- ☐ Wirksamkeit überprüft
12. Kennzahlen & Datenanalyse
- ☐ Qualitätskennzahlen definiert (Ausschuss, NA, Reklamationen)
- ☐ Trends und Entwicklungen analysiert
- ☐ Prozessdaten systematisch ausgewertet
- ☐ Qualitätskosten transparent
- ☐ Ergebnisse kommuniziert
13. Maßnahmenmanagement & Verbesserung
- ☐ Open-Issue- / Maßnahmenliste vorhanden
- ☐ Maßnahmen priorisiert
- ☐ Verantwortlichkeiten klar
- ☐ Termine definiert
- ☐ PDCA-Regelkreis angewendet
- ☐ Prozesse nach Verbesserungen standardisiert
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Erfolgsfaktoren im Qualitätsmanagement
- Qualität wird im Prozess erzeugt, nicht geprüft
- Prävention ist günstiger als Nacharbeit
- Daten schlagen Meinungen
- Qualität ist Führungsaufgabe
- Jeder Mitarbeiter ist Qualitätsverantwortlicher
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